Dienstag, 21. März 2017

[Rezension] "Echo Boy"

Da ich ein großer Fan von Matt Haigs Schreibstil bin und demnach seine Bücher sehr gerne habe, konnte ich um sein Jugendbuch " Echo Boy" nicht drum herum. Gerne aber hier vorab noch ein paar Daten und Fakten dazu...

• Autor: Matt Haig
• Seiten: 399
• Verlag: dtv
• Ausgabe: Taschenbuch
• Preis: 11,95 € [D]  12,30 € [A]
• Einzelband


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Worum geht's? 


Das Buch spielt weit in der Zukunft, in der die Technik Überhand über alles genommen hat und alles digital oder virtuell gesteuert wird. Neben Robotern, Kapseln, die ewige Schönheit versprechen und Pads, die deine melancholischen Gedanken vertreiben, gibt es vor allem Echos. Maschinen in Form von perfekten, makellosen Menschen, die dazu ausgelegt sind, den "echten" Menschen zu dienen, auf Befehle zu gehorchen und in jeglicher Art zu unterstützen. Echos fühlen nichts, weder Schmerz, noch Gefühl. Sie benötigen keinen Schlaf, nur eine zweistündige Aufladezeit und ihre Mahlzeiten bestehen aus Zuckerwasser.
Audrey, ein 15-jähriges Mädchen, lebt in einer Familie auf, die gegen all diese Technik ist. Vor allem ihr Vater ist ein großer Demonstrant gegen Echos und alles, was sie mit sich bringen. Doch als er einen Autounfall erleidet, kann die Familie sich nicht davor drücken, als Unterstützung eine Echo zu kaufen, die der Familie als Haushaltshilfe dient. Doch eines Tages passiert das Unfassbare, als Audrey gerade bei ihrem virtuellen Unterricht ist: Ihr scheinbar defekter Echo tötet Audreys Eltern und Audrey selbst entkommt nur knapp dem Tod und flüchtet zu ihrem Onkel.
Dort trifft sie auf Daniel, einen Echo. Er fühlt sich zu ihr hingezogen, obwohl das als Echo doch eigentlich gar nicht möglich ist. Nur er weiß, dass er sie retten kann, denn Audrey schwebt noch immer in Lebensgefahr..


Meine Meinung

Matt Haig konnte mich auch hier mit seinem poetischen Schreibstil wieder sehr überzeugen. Er erlebte selbst, wie Audrey, depressive und melancholische Zeiten und weiß deshalb, wie man diese gut zum Ausdruck bringt und die passenden Worte findet.
Audrey ist mehr ein naives, als ein kluges Mädchen. Man muss zwar verstehen, dass sie nach dem Tod ihrer Eltern einiges mitmacht, aber manche Dinge waren so offensichtlich und sie hat es meist nie begriffen. Ich fand die Message, die Matt Haig mit der ganzen Geschichte immer wieder ausdrückt, sehr schön. Es sind unzählige poetische Zitate in diesem Buch, die ich mir am liebsten alle markiert hätte. Im Buch kommen Audrey, als auch Daniel zu Wort und wenn ich ehrlich sein soll, fand ich Daniels Kapitel besser. Der "Echo Boy" war mir sehr sympathisch, er hat sich von der Masse abgehoben und seine Gefühlswelt fand ich sehr bewegend. 
Ich vergebe insgesamt
4 von 5 Sternen 🌟🌟🌟🌟/5
 und kann es jedem empfehlen, der gerne dystopische Geschichten liest und nichts gegen ein paar Sci-Fi Elemente hat. :-) 

"Aber Schönheit war etwas anderes. Etwas Verborgenes, das in jedem lebendigen Wesen existierte und nur von bestimmten Personen gesehen werden konnte. Und wenn sie es einmal gesehen hatten, konnten sie es nie wieder ausblenden, denn genau wie alle toten Dichter gesagt hatten, war Schönheit Wahrheit und Ewigkeit und verband den Menschen mit dem Unendlichen."
- Matt Haig "Echo Boy" Seite 215 -